Willkommen zu meinem ersten vollständigen Technikprojekt hier auf der Webseite: dem Bierlift.
Zugegeben – kein überlebenswichtiges Gerät, aber definitiv ein cooles „Nice-to-Have“ für den Garten oder die Terrasse. Die Idee fand ich auf Anhieb spannend und wollte mir unbedingt selbst so ein Teil bauen.


Grundlagen und Ziel

Die ursprüngliche Inspiration stammt von der offiziellen Bierlift-Seite, die ich jedem Interessierten ausdrücklich empfehle. Vielen Dank an Eugen Kessler für Informationen zu dem Bierlift. Dort gibt es auch DIY-Daten zum Nachbauen, die ich jedem ans Herz legen kann. Die Webseite und auch die Daten sind sehr gut und strukturiert aufgebaut.
Für mein eigenes Projekt hatte ich jedoch klare, leicht andere Anforderungen an den Bierlift:

  • Platz für eine komplette Kiste Bier (24 x 0,33 l Flaschen)
  • Stabile Konstruktion trotz Gewicht (rund 14,5 kg nur durch die Flaschen)
  • Optisch ansprechend im Garten integrierbar
  • Steuerung vollständig per WLAN

Design & Optik

Für das äußere Erscheinungsbild haben wir uns bewusst Zeit gelassen – Ziel war eine unauffällige, aber coole Integration in den Garten. Die Wahl fiel schließlich auf einen rostigen Leuchtturm als Verkleidung, den wir zusätzlich mit LEDs beleuchtet haben. Der Leuchtturm sitzt auf einem Holzbrett, ist innen hohl (Gewichtsersparnis!) und hat sowohl in der Turmspitze als auch innen LEDs verbaut.

Die obere Abdeckung ist abweichend vom Original: Statt einer Standardplatte haben wir eine schwarze Dämmstoffplatte aus dem Baumarkt verwendet – günstig, leicht und mit leichter Isolationswirkung für die Getränke.

Außerdem wurde der Leuchtturm optisch auf einem Plateau aufgebaut. Dieses wurde erreicht, indem um das Rohr im Rohbau des Bierliftes zwei Kränze aus Steinen angepflastert wurden. Dies hat den Vorteil, dass bei Regen kein Wasser in den Bierlift fließt. Zudem lockert die leichte Erhöhung des Leuchtturms das Erscheinungsbild auf und dadurch wird der Leuchtturm hervorgehoben auch ohne dass der Bierlift unterhalb direkt sichtbar ist.

Ein Front-Druckknopf wurde bewusst im Gegensatz zum Vorbild weggelassen – gesteuert wird alles per WLAN, was auch auf Partys praktisch ist. So können nur berechtigte Personen den Bierlift bedienen, und das Design bleibt clean – der Leuchtturm steht ohne sichtbare Bedienelemente im Vordergrund.

Statik & Mechanik

Das größte Thema beim Bau: die Tragfähigkeit. Eine volle Kiste Bier wiegt über 14 kg – das verlangt nach stabiler Konstruktion.
Die Konstruktion haben wir tatsächlich nach Prinzip des Trial and Error entwickelt, haben jedoch eine lange Zeit immer wieder brechende Zahnräder an unserer Hauptantriebsstange gehabt.
Nach mehreren Tests haben wir die Hauptzahnstange in Epoxidharz eingebettet und mehrfach ausgehärtet – und es hat wunderbar funktioniert. Die Antriebszahnräder könnten dadurch langfristig etwas mehr verschleißen, aber bisher läuft das Ganze stabil und zuverlässig.


Beleuchtung

Der Bierlift verfügt über ein integriertes RGB-LED-Band, das direkt über die eigene Steuerplatine angesprochen wird. Die Beleuchtung schaltet sich automatisch beim Hoch- und Herunterfahren ein und lässt sich über eine Weboberfläche konfigurieren.

Zusätzlich ist der Leuchtturm separat über ein Shelly-Modul geschaltet, das auf ein 12V-Signal des Bierlifts reagiert. Die LEDs im Leuchtturm sind mit Vorwiderständen abgesichert (Details dazu siehe Schaltplan im Anhang).

Beide Systeme – Bierlift und Sonderbeleuchtung – sind über feste IP-Adressen im Netzwerk steuerbar.


Sound & Musik

Ein weiteres Highlight: Der Bierlift kann über eine integrierte SD-Karte Musik abspielen – etwa beim Starten oder Stoppen der Bewegung. Bei uns läuft z. B. „Geh mal Bier holen“, aber es kann jede gewünschte MP3 hinterlegt werden. Ein nettes Extra, das vor allem bei Gästen gut ankommt.


Elektrischer Anschluss

Der Anschluss erfolgt bei uns über einen separaten Leitungsschutzschalter (LS), entsprechend abgesichert. Details zur Verkabelung an der 230 V Netzspannung lasse ich hier bewusst weg – Netzspannung ist lebensgefährlich und gehört ausschließlich in die Hände von Elektrofachkräften.

Achtung: Arbeiten an Netzspannung können tödlich sein. Lasst das bitte von jemandem machen, der weiß, was er tut und dazu befähigt ist.

Der Leuchtturm ist über einen Shelly geschaltet, der ausschließlich mit 12 V Kleinspannung vom Netzteil des Bierlifts versorgt wird. Damit besteht keine Verbindung zur 230 V-Hausinstallation. Die LEDs sind zwar isoliert, allerdings sind die Drähte sowie die Klemmverbindung im Leuchtkopf witterungsbedingt zugänglich (u.a. kann der Kopf des Leuchtturms abgenommen werden). Durch die Verwendung von 12 V entsteht jedoch keine Gefährdung – selbst bei einem Defekt oder beim Austausch einer LED ist ein sicherer Betrieb gewährleistet. Im nachfolgeden Bild ist zudem die Verdrahtung der Beleuchtung des Bierlift-Leuchtturms zu sehen.
Hierbei ist allerdings unbedingt auf die richtige Wahl des Netzteiles zu achten, das eine sichere Trennung vom Netz gewährleistet und im besten Fall kurzschlusssicher ist. Also auch hier: Im Zweifel vom Elektriker machen lassen.


3D-Druckteile

Fast alle benötigten 3D-Druckteile sind auf der Bierlift-Webseite kostenlos erhältlich. Wir haben diese selbst gedruckt, lediglich bei ein, zwei Teilen den Rand etwas angepasst – sonst wurde alles im Original belassen. Zur kleinen Einordnung: Allein der Druck aller Teile dauerte bei unserem 3D-Drucker fast 90 Stunden..


Video

Um den Bierlift besser zu präsentieren, wurde ebenfalls ein Video angefertigt.

Viel Spaß beim Ansehen! Über ein Like oder Follow auf den jeweiligen Plattformen freue ich mich sehr. Den Link findest du direkt unten auf der Webseite.


Fazit

Generell hat dieses Projekt mit aller Planung und Umsetzung fast 1,5 Jahre gedauert, es hat sich aber meiner Meinung nach gelohnt. Also definitiv kein Projekt für ein Wochenende. Wer die Teile allerdings bei einem 3D-Druck-Bestellservice bestellt, kann eine Menge Zeit sparen ^^.